Artisteer ist ein WYSIWYG Web-Editor, auf den mich vor kurzem mein Brüderchen aufmerksam gemacht hat.
Anders als bei Frontpage oder NVU kann man mit Artisteer keine Inhalte einfügen. Man kreiert lediglich das Design, welches man dann wahlweise für Wordpress, Joomla, Drupal oder als html-Template exportiert. Das fertige Template muss man dann nur noch in das entsprechende CMS hochladen und aktivieren. Das html-Template kann in jedem beliebigen html-Editor, wie z. Bsp. Dreamweaver, phase5 oder Webuilder weiter verarbeitet werden.
Artisteer generiert relativ sauberes XHTML und CSS und die Templates sehen in allen modernen Browsern gleich aus.
Da mein Bruder von der Software ganz begeistert war, habe ich mir das ganze an Hand eines einfachen html-Templates mal etwas genauer angesehen.
Artisteer ist kinderleicht und intuitiv zu bedienen. Die Oberfläche ist übersichtlich und erinnert an Word 2007.
Es sind keinerlei Kenntnisse in html, CSS, PHP etc. notwendig, und auch der Einsatz von Grafikprogrammen ist nicht notwendig. Es stehen unzählige vorgefertigte Designs, Menüs, Hintergründe, Effekte, Grafiken/Bilder und Farbkombinationen zur Verfügung, die wiederum eine Unmenge an Kombinationsmöglichkeiten zulassen. Selbstverständlich kann man auch eigene Grafiken und Bilder verwenden.
Ein Projekt (wie z. B. ein Drupal Theme) an dem man schon mal mehrere Tage sitzt, kann man mit Artisteer in wenigen Stunden realisieren.
So weit, so gut - doch wie sehen die Ergebnisse aus?
Etwas guten Geschmack des Erstellers vorausgesetzt, bekommt man mit Artisteer optisch sehr ansprechende Templates, die (noch) durchaus eine gewisse Individualität haben können.
Je bekannter und beliebter Artisteer wird, um so schwieriger wird es werden etwas wirklich individuelles zu gestalten.
Beim Code sieht es dann schon etwas anders aus.
Positiv ist auf jeden Fall dass Inhalt (html) und Design (CSS) getrennt sind.
Negativ empfand ich die unübersichtliche CSS-Datei und die IMHO viel zu aufgeblähte html-Seite. Für das Design werden viel zu viele "trimming empty div" (Der Tag ist leer oder beinhaltet nur Leerzeichen), größtenteils verschachtelt, verwendet.
Ein weiterer Nachteil war, dass man ohne nachträglichen Eingriff in die CSS-Datei kein fluides Layout erstellen kann. Auch zum hervorheben Aktiver Links muss man in die CSS-Datei eingreifen.
Ich habe ein html-Template mit Artisteer erstellt, und das optisch gleiche Template dann noch mal von Grund auf selbst gecodet.
Der Zeitaufwand für mein eigenes Template war nur geringfügig größer.
Das Template von Artisteer war nicht valides xhtml1.0 transitional mit 19 Warnungen, großer div-Suppe und unstrukturiertem CSS.
In den modernen Browsern FF, Opera, Safari und IE 7 sah die Seite korrekt aus. Im IE 6 fehlten Grafiken und im IE 5 war die Seite total zerschossen.
Mein Template war valides xhtml1.1, kam mit erheblich weniger Code aus, und das CSS war strukturiert und übersichtlich.
Neben den bereits genannten modernen Browsern wurde die Seite auch im IE 6 noch korrekt dargestellt, und nur im IE 5 gab es geringfügige Abweichungen.
Mein Fazit
Für Laien und Hobby-Designer ist Artisteer ein ideales Tool um schnell und einfach eigene Webauftritte zu realisieren, ohne auf Templates zurückgreifen zu müssen, die schon x-fach verwendet werden.
Wer professionelles Webdesign anbietet, sollte auf Artisteer besser verzichten. Zumindest erwarte ich von einem Profi qualitätsmäßig mehr, als das was bei Artisteer raus kommt.
Für mich war Artisteer ein interessanter Ausflug in die Welt der WYSIWYG-Editoren, doch meine Seiten und die Templates die ich zum Download bereit stelle code ich doch lieber weiterhin selbst.
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